VEH Informationen für Ortschronisten und Heimatkundler
VEREIN FÜR EICHSFELDISCHE HEIMATKUNDE
1906-2006100 Jahre1906-2006
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Jährliche Tagung der Eichsfelder Ortschronisten und Heimatkundler

Interessante Vorträge mit Anregungen zum eigenen Forschen

Wie in jedem Jahr luden der Verein für Eichsfeldische Heimatkunde und das Stadtarchiv Heilbad Heiligenstadt am 22. Oktober 2011 zur Ortschronistenkonferenz in den Plenarsaal des Rathauses ein. Die zur Tradition gewordene Tagung gibt mit den verschiedenen Referaten Einblicke in Teile der Eichsfelder Geschichte.

Die Erste Beigeordnete, Ute Althaus, hieß die Teilnehmer herzlich willkommen und überbrachte ebenfalls herzliche Grüße im Namen des Bürgermeisters der Stadt Heilbad Heiligenstadt. Sie würdigte die anspruchsvolle Tätigkeit der Chronisten und Heimatkundler und sprach ihren Dank für dieses ehrenamtliche Engagement aus.


Ortschronistentagung 2011 in Heiligenstadt

Beeindruckt von der großen Resonanz wünschte Sie der Veranstaltung einen guten Verlauf und dankte den Verantwortlichen für die gute Organisation. Anschließend begrüßte Peter Anhalt, Vorsitzender des Vereins für Eichsfeldische Heimatkunde, die Tagungsteilnehmer und Referenten. Er ging in seinen Ausführungen auf die Arbeit der Chronisten ein und bedauerte, dass diese nicht immer entsprechende Beachtung finde, und man sich immer wieder Mut machen muss, seine Tätigkeit fortzusetzen. Die Moderation der Konferenz übernahm Anne Hey, Leiterin des Stadtarchivs Heiligenstadt.

Im ersten Referat der Tagung gab der Kirchenhistoriker, Torsten W. Müller, einen Einblick in den Kulturkampf zu Bismarcks Zeiten und dessen Auswirkungen in den Eichsfelder Gemeinden.


Ortschronistentagung 2011 in Heiligenstadt

Er erläuterte die Auseinandersetzungen zwischen dem Königreich Preußen und später dem Deutschen Kaiserreich unter Reichskanzler Bismarck und der katholischen Kirche unter Papst Pius IX., welche ab 1871 eskalierten. Die liberale Politik, welche eine strikte Trennung von Kirche und Staat vorsah, rief den Widerstand religiöser Kräfte hervor. Katholiken wurden zu Reichsfeinden. Bismarck ging mit scharfen Mittel gegen die Geistlichkeit vor. Mit dem Sperrgesetz wurden die finanziellen Leistungen an die Kirche eingestellt. Im Eichsfeld wurden alle Ordensleute ausgewiesen, alle Pfarrer von Heiligenstadt, mit Ausnahme eines Kaplans, saßen im Gefängnis. Bischof Konrad Martin wurde 1874 abgesetzt, initiierte jedoch aus dem Exil heraus die Laiengottesdienste und lies Gebote aufsetzen, den katholischen Glauben zu bewahren. Die Seelsorge wurde an Laien übertragen, geheime Sakramentsspendungen wurden abgehalten und die Gläubigen gingen an den Sonntagen viele Kilometer zu Fuß in die Nachbarorte zum Gottesdienst. Erst 1878 kam es wieder zu einer Annäherung zwischen Kirche und Staat. 1882 folgten diplomatische Beziehungen von Preußen zum Vatikan. 1886/87 wurden Friedensgesetze zur Beilegung erlassen. Müller beendete seine Interpretation, dass eine romfreie Nationalkirche und die vorgesehene Zerschlagung des Zentrums nicht ereicht wurden.

In weiteren Vorträgen stellte Uta Bickel den Sütterlin-Club vor, welcher im Juli dieses Jahres in Leinefelde neu gegründet wurde und derzeit 29 Mitglieder zählt. Der Verband bietet die Übertragung von Texten aus der Sütterlin- oder Kurrentschrift in die Normalschrift, zum Beispiel bei alten Briefen, Urkunden und Dokumenten an und unterstützt Sütterlin-Projekte an Schulen. Anschließend sprach Bertram Kieler über die verschiedenen Möglichkeiten und Arbeitsstile beim Anlegen eines solchen Nachschlagewerkes anhand der Chroniken von Struth. Martin Röhrig beendete die Tagung mit einem Referat über die "Gästebücher der Burg Hanstein", welche in mühseliger Arbeit digitalisiert wurden. Die Freiwilligkeit und Öffentlichkeit beeinflussen die Einträge, zeigen oft genutzte Selbst- und Fremddarstellungen oder politische aufgeladene Kommentare.


Ortschronistentagung 2011 in Heiligenstadt

In den Pausen bot sich die Zeit zum Austauschen mitgebrachter Heimatliteratur und vor allem von Erfahrungen und Informationen.



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Tagung der Eichsfelder Ortschronisten und Heimatkundler 2011

Sehr geehrte Ortschronisten/innen und Heimatkundler/innen,

wie in jedem Jahr lädt der Verein für Eichsfeldische Heimatkunde und das Stadtarchiv Heilbad Heiligenstadt im Oktober zur Ortschronistenkonferenz ein. Wir hoffen, dass interessante Vorträge Ihnen Anregungen zum eigenen Forschen geben.

In diesem Jahr versuchen wir, das Programm nicht zu umfangreich zu gestalten, damit auch Zeit für Fragen, Erfahrungsaustausch und Gespräche möglich sind.

Wir wollen auch wieder eine Börse für Heimatliteratur durchführen. Bringen Sie bitte Ihre Veröffentlichungen, Flyer aus den Gemeinden oder Duplikate ihrer Heimatliteratur mit. Es besteht die Möglichkeit zum Tausch oder Verkauf.

Wir laden Sie recht herzlich in den Plenarsaal des Heiligenstädter Rathauses (Eingang von der Wilhelmsstraße) ein. Unsere Tagung findet am 22. Oktober 2011 statt, beginnt um 9.00 Uhr und endet gegen 12.00 Uhr.

Informieren Sie bitte auch evt. weitere interessierte Eichsfelder, die wir über diesen Verteiler nicht erreichen können, die wir alle recht herzlich einladen.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und verbleiben mit freundlichen Grüßen

Im Namen des Vorstandes des Vereins für Eichsfeldische Heimatkunde und dem Stadtarchiv

Peter Anhalt
Vorsitzender des Vereins für Eichsfeldische Heimatkunde

Anne Hey
Leiterin Stadtarchiv Heiligenstadt

Steffen Schüler
Stellv. Leiter Stadtarchiv


Tagungsprogramm

Das Tagungsprogramm kann hier als PDF heruntergeladen werden.



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Tagung der Eichsfelder Ortschronisten und Heimatkundler 2010

Sehr geehrte Ortschronisten/innen und Heimatkundler/innen,
an alle Gemeinden des Eichsfeldes zur Weitergabe an die Ortschronisten oder interessierte Bürger

Tagung der Eichsfelder Ortschronisten und Heimatkundler 2010


Sehr geehrte Ortschronisten und Heimatkundler,
ein Höhepunkt im Vereinsjahr ist immer die Ortschronistenkonferenz, daher lade ich Sie im Namen des Vereinsvorstandes und des Stadtarchivs Heilband Heiligenstadt für

Sonnabend, den 23. Oktober 2010, um 9.00 Uhr

in den Plenarsaal des Heiligenstädter Rathauses (Eingang Wilhelmstraße)
recht herzlich ein.

In diesem Jahr beschäftigen wir uns schwerpunktmäßig mit der wenig erforschten Nachkriegszeit. Dieses Thema wird für jeden Ortschronisten interessant sein, zumal diese Thematik zu eigenem weiterem Forschen anregen kann.

Sie wissen aber auch, dass neben der Information das gegenseitige Kennenlernen und der Austausch in den Pausen wichtig ist. Ortschronisten brauchen den Kontakt zu ihren "Nachbarn". Unsere Tagung soll Ihnen diesen Kontakt ermöglichen. Informieren Sie bitte evtl. auch weitere interessierte Eichsfelder, die wir über diesen Verteiler nicht erreichen können.

Wir wollen auch wieder eine Tauschbörse für Heimatliteratur durchführen. Bringen Sie bitte Literatur mit, die Sie gern tauschen wollen. Und falls Sie oder Ihre Gemeinde in letzter Zeit publiziert haben, bringen Sie Exemplare mit. Es interessieren sich sicher auch andere Heimatfreunde für Ihren Ort.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und verbleiben mit freundlichen Grüßen

Peter Anhalt
Vorsitzender des Vereins für Eichsfeldische Heimatkunde


Tagungsprogramm

Das Tagungsprogramm kann hier als PDF heruntergeladen werden.



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Tagung der Eichsfelder Ortschronisten und Heimatkundler 2009

Sehr geehrte Ortschronisten/innen und Heimatkundler/innen,

traditionell wird der Verein für Eichsfeldische Heimatkunde sowie das Stadtarchiv Heiligenstadt auch in diesem Herbst eine Tagung speziell für die Eichsfelder Ortschronisten und Ortsheimatpfleger bzw. für all diejenigen, die ehrenamtlich in dieser Richtung tätig sind, anbieten. Besonders auf Grund der positiven Erfahrungen aus vergangenen Jahren möchten wir Ihnen während der Tagung genügend Raum zum Kennenlernen, aber vor allem zum Austauschen von Erfahrungen, Anregungen sowie zum Diskutieren über aktuelle Projekte und Themen geben. Vielleicht findet der ein oder andere von Ihnen fruchtbare Anregungen oder gar Problemlösungen für die eigene Arbeit. Ferner wird in diesem Jahr wieder eine Kauf- und Tauschbörse für heimatkundliche Literatur stattfinden. Bringen Sie also ggf. Literatur zum Tauschen oder Verkaufen für den Buchbasar mit.

Bitte informieren Sie auch weitere interessierte Eichsfelder. Wir freuen uns über jedes bekannte und neue Gesicht.

Wir laden Sie recht herzlich in das Foyer der St. Franziskus-Schule in Dingelstädt (Riethstieg 9) zur diesjährigen Ortschronistenkonferenz ein. Die Tagung findet am 24. Oktober 2009 statt, beginnt um 9.00 Uhr und endet ca. um 12.00 Uhr. Parkmöglichkeiten befinden sich genügend in der Nähe der Schule, aber auch am Sportplatz.

Ein herzliches Dankeschön sei an dieser Stelle an den Dingelstädter Verein für Heimatpflege überbracht, der die Organisation vor Ort übernahm. Wir würden uns freuen, Sie als Teilnehmer/in zu begrüßen!

Mit freundlichen Grüßen

Peter Anhalt
Vorsitzender des Vereins für Eichsfeldische Heimatkunde e. V.

Anne Severin
Leiterin des Stadtarchivs Heiligenstadt

Ewald Holbein
Vorsitzender des Dingelstädter Vereins für Heimatpflege e. V.


Tagungsprogramm

Das Tagungsprogramm kann hier als PDF heruntergeladen werden.



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Tagung der Eichsfelder Ortschronisten und Heimatkundler 2008

die schon zur Tradition gewordene, im Herbst jeden Jahres ausgerichtete Tagung der Eichsfelder Ortschronisten und Heimatkundler, möchte der Verein für Eichsfeldische Heimatkunde und das Stadtarchiv Heiligenstadt auch in diesem Jahr wieder aufgreifen. Wenn auch in diesem Jahr die Tagung einen spezifischen Aspekt fokussiert, wollen wir Ihnen dennoch genügend Raum zum Kennenlernen und selbstverständlich zum Austauschen von Erfahrungen, Anregungen sowie zum Diskutieren über aktuelle Projekte, Themen und Problemstellungen geben. Das zur Tagung abgesteckte Vortragsfeld befindet sich in diesem Jahr auf dem Gebiet der Kunstgeschichte. Zwei Kunsthistoriker wollen Sie in die Welt der Architektur und in die Bildkünste einführen. Dies ist insofern von Bedeutung, dass Sie nicht nur Einblicke in die Kunst des Eichsfeldes erhalten, sondern auch in entsprechenden Situationen die Bau- und Kunstwerke von historischem Wert in unserem regionalen Umfeld erkennen und wenn nötig mit den entsprechenden Fachbegriffen beschreiben könnten. Zunächst sei mit dieser Tagung ein Interesse hierfür geweckt bzw. ein erster Eindruck gegeben.


Tagungsprogramm


Begrüßung:
Ute Althaus (Erste Beigeordnete der Stadt Heilbad Heiligenstadt)
Peter Anhalt (Vorsitzender des Vereins für Eichsfeldische Heimatkunde)

Referat / Vortrag:
Stefan Thiele M.A. (Chemnitz): Einführung in die Architektur-Terminologie

Pause:

Möglichkeit zu einem kleinen Imbiss, Gedanken- und Erfahrungsaustausch, Buchbasar

Referat / Vortrag:
Anne Severin M.A. (Heiligenstadt): Einführung in die Bildkünste

Ggf. Fragen, Anregungen, evt. Diskussion, Buchbasar

Ende

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Tagung der Eichsfelder Ortschronisten und Heimatkundler 2007

auch in diesem Jahr veranstaltet der Verein für Eichsfeldische Heimatkunde in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Heiligenstadt wieder eine Tagung für Ortschronisten und heimatgeschichtlich interessierte Eichsfelder. Wir hoffen, dass das Themenspektrum Ihr Interesse weckt, besonders die Vorträge zu aktuellen Themen aus dem Eichsfelder Raum. Neben der Information soll auch wieder das Kennenlernen der Ortschronisten und Heimatkundler untereinander und der gemeinsame Austausch stehen. Die Tagung möge Anregungen für Ihre eigenen größeren und kleineren Projekte geben, aber auch sensibel und wach halten, für die Dinge, die in unserem Umfeld passieren und "Geschichte machen".


Tagungsprogramm 2007


Begrüßung

Frau Ute Althaus
Erste Beigeordnete der Stadt Heiligenstadt

Peter Anhalt
Vorsitzender des Vereins für Eichsfeldische Heimatkunde


Moderation

Anne Severin


Referate

Andreas Müller
Historischer Alltag in den Dörfern des Untereichsfeldes

Peter Anhalt
Steinbach - eine Bilddokumentation

Christoph Schmidt
Die katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer zu Jützenbach

Edgar Rademacher
Jubiläen im Jahr 2008

Pause

Günther Christoph Haase
Das Papstfenster der Heuthener St. Nikolaus Kirche - Identifikationsobjekt und Symbol der Frömmigkeit

Alois Scholz
Quellenkritische Auseinandersetzung mit Einträgen aus Kirchenbüchern

Thomas T. Müller
Die Heiligenstädter Jesuitenchronik und das Ende des Mühlhäuser Franziskaner Klosters

Anne Severin
Zu Problemen des Datenschutzes und Urheberrechts bei Benutzung von Quellen

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Ortschronistentagung 2006

Ortschronisten und Heimatforscher trafen sich am 28. Oktober im Bürgerhaus in Hausen zur traditionellen Ortschronistentagung. Nach der Begrüßung durch den VEH-Vorsitzenden Peter Anhalt gab Siegbert Grimm (Hausen) einen fundierten geschichtlichen Abriss über seine Heimatgemeinde, die in diesem Jahr ihr 800-jähriges Ortsjubiläum gefeiert hat. Hans-Reinhard Fricke sprach über das in Arbeit befindliche Duderstädter Häuserbuch und seine Quellen. Edgar Rademacher (Hüpstedt) wies auf Kirchenrechnungen als Quellen für den Ortschronisten hin. Die Heiligenstädter Stadtarchivarin Anne Severin sprach über "Die Beratung von Ortschronisten im Archiv und die Bedeutung der Ortschronik für die Landeskunde." Die Begegnung wurde natürlich auch für den individuellen Erfahrungsaustausch genutzt. Über dies konnte Heimatliteratur aus dem Teilnehmerkreis durch Tausch oder Kauf erworben werden. Zum Abschluss der Veranstaltung lud Erwin Franke (Hausen) zu einer interessanten Führung durch die Dorfkirche "St. Katharina" ein.

Ortschronistentagung in HausenDen Ortsnamen Hausen gibt es 84 mal in Deutschland. Siegbert Grimm zeigte in seinem Vortrag eine Topografie der Hausen-Orte. Text und Fotos: Edgar Rademacher
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Jahrestagung der Ortschronisten 2005

Heimatforschung ist kein privates Hobby

In Rom, Athen und bei den Lappen, da spürt man jeden Winkel aus, indes wir wie die Blinden tappen daheim im eignen Vaterhaus." Diese wenig schmeichelhafte gereimte Behauptung stammt aus der Feder des deutschen Germanisten Karl Simrock (1802-1876). Thomas T. Müller wählte den Vierzeiler als Einstieg in seinen Eröffnungsbeitrag zur Jahrestagung der Ortschronisten und Heimatkundler, die am Samstag, 29. Oktober 2005, stattfand, wie stets gemeinsam organisiert und durchgeführt vom Verein für Eichsfeldische Heimatkunde und dem Stadtarchiv. Der Stadtarchivar war mit seinem Vortrag zum Thema "Ehrenamtliche Heimat- und Denkmalpflege in Thüringen" für einen auswärtigen Gast eingesprungen, wurde jedoch dank seiner interessanten Ausführungen keinesfalls als "Ersatzredner" empfunden.

Vereinsvorsitzender Peter Anhalt, der gern die Grüße der Ersten Beigeordneten Heidemarie Borm übermittelte, wies darauf hin, dass es nicht selbstverständlich sei, einen Raum wie den Rathaussaal als Verein mietfrei nutzen zu können.

Wie immer waren auch diesmal die Ortschronisten nicht nur im Landkreis Eichsfeld zu Hause, sondern auch in Nordhausen, Göttingen und Eschwege.

Der Ruf nach Heimatpflegern ist so neu nicht, immerhin hatte die preußische Regierung bereits im Jahre 1817 eine solche Forderung gestellt. 1989 sei in der DDR, nicht zuletzt dank des Kulturbundes, die Tätigkeit der Ortschronisten nahezu flächendeckend gewesen, jedoch 1990 flächendeckend zusammengebrochen. Heute reiche das Spektrum der Anerkennung der "Ehrenamtlichen" in Thüringen von kompletter Ignoranz bis hin zu vorbildlicher Unterstützung. Der Idealzustand sei es, im Freistaat Kreisheimatpfleger für die Anleitung zu berufen. Häufig würden einsatzfreudige Heimatfreunde von den Bürgermeistern ihrer Wohnorte als Privatpersonen behandelt, die ihrem Hobby frönen. Thomas T. Müller setzt sich zielbewusst für das Ehrenamt eines Kreisheimatpflegers ein, der ähnlich wie der Kreiswegewart arbeitet.

"Im Eichsfeld sieht es relativ gut aus", konnte er melden und auch auf Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Schulen und Kirche hinweisen.

Dass archäologische Aussagen sehr gut in die Ortschroniken eingearbeitet werden können, unterstrich Dr. Karin Sczech vom Weimarer Landesamt für Archäologie mit Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens, die die Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Ortschronisten und Archäologen aufzeigte. Im Oktober 2002 war in ihrem Beisein im Eichsfeldischen Verein der Arbeitskreis Archäologie gegründet worden. Dr. Gudrun Braune, Volkskundliche Beratungs- und Dokumentationsstelle für Thüringen am Volkskundemuseum Erfurt, stellte die 1997 für nichtkommerzielle Nutzung gegründete Servicestelle vor. Rund 160 Anfragen werden jährlich bearbeitet, ohne jedoch, wie sie hervorhob, die Stadt-, Kreis- und Kirchenarchive ersetzen zu wollen. Mit interessanten Einblicken in Kirchenbücher endete der arbeitsreiche Samstag Vormittag. Vorstandsmitglied Alois Scholz aus Nordhausen vom Arbeitskreis mitteldeutscher Familienforscher sprach zum Thema "Kirchenbücher als Quellen für Ortschronisten - das Beispiel Wingerode."

FrauenNoch immer bilden Frauen die sprichwörtliche Minderheit im Kreise der Ortschronisten. Bestärkt haben dürfte sie die Tatsache, dass gleich zwei Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts, aus Weimar und aus Erfurt, von Berufs wegen ans Rednerpult traten. Auch diesmal nutzten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich über neueste Fachliteratur zu informieren. Text und Fotos: Christine Bose
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