Tagung der Eichsfelder Ortschronisten und Heimatkundler 2009
Sehr geehrte Ortschronisten/innen und Heimatkundler/innen,
traditionell wird der Verein für Eichsfeldische Heimatkunde sowie das Stadtarchiv Heiligenstadt auch in diesem Herbst eine Tagung speziell für die Eichsfelder Ortschronisten und Ortsheimatpfleger bzw. für all diejenigen, die ehrenamtlich in dieser Richtung tätig sind, anbieten. Besonders auf Grund der positiven Erfahrungen aus vergangenen Jahren möchten wir Ihnen während der Tagung genügend Raum zum Kennenlernen, aber vor allem zum Austauschen von Erfahrungen, Anregungen sowie zum Diskutieren über aktuelle Projekte und Themen geben. Vielleicht findet der ein oder andere von Ihnen fruchtbare Anregungen oder gar Problemlösungen für die eigene Arbeit. Ferner wird in diesem Jahr wieder eine Kauf- und Tauschbörse für heimatkundliche Literatur stattfinden. Bringen Sie also ggf. Literatur zum Tauschen oder Verkaufen für den Buchbasar mit.
Bitte informieren Sie auch weitere interessierte Eichsfelder. Wir freuen uns über jedes bekannte und neue Gesicht.
Wir laden Sie recht herzlich in das Foyer der St. Franziskus-Schule in Dingelstädt (Riethstieg 9) zur diesjährigen Ortschronistenkonferenz ein.
Die Tagung findet am 24. Oktober 2009 statt, beginnt um 9.00 Uhr und endet ca. um 12.00 Uhr. Parkmöglichkeiten befinden sich genügend in der Nähe der Schule, aber auch am Sportplatz.
Ein herzliches Dankeschön sei an dieser Stelle an den Dingelstädter Verein für Heimatpflege überbracht, der die Organisation vor Ort übernahm.
Wir würden uns freuen, Sie als Teilnehmer/in zu begrüßen!
Mit freundlichen Grüßen
Peter Anhalt
Vorsitzender des Vereins für Eichsfeldische Heimatkunde e. V.
Anne Severin
Leiterin des Stadtarchivs Heiligenstadt
Ewald Holbein
Vorsitzender des Dingelstädter Vereins für Heimatpflege e. V.
Tagungsprogramm
Das Tagungsprogramm kann hier als PDF heruntergeladen werden.
Tagung der Eichsfelder Ortschronisten und Heimatkundler 2008
die schon zur Tradition gewordene, im Herbst jeden Jahres ausgerichtete Tagung der Eichsfelder Ortschronisten und Heimatkundler, möchte der Verein für Eichsfeldische Heimatkunde und das Stadtarchiv Heiligenstadt auch in diesem Jahr wieder aufgreifen. Wenn auch in diesem Jahr die Tagung einen spezifischen Aspekt fokussiert, wollen wir Ihnen dennoch genügend Raum zum Kennenlernen und selbstverständlich zum Austauschen von Erfahrungen, Anregungen sowie zum Diskutieren über aktuelle Projekte, Themen und Problemstellungen geben. Das zur Tagung abgesteckte Vortragsfeld befindet sich in diesem Jahr auf dem Gebiet der Kunstgeschichte. Zwei Kunsthistoriker wollen Sie in die Welt der Architektur und in die Bildkünste einführen. Dies ist insofern von Bedeutung, dass Sie nicht nur Einblicke in die Kunst des Eichsfeldes erhalten, sondern auch in entsprechenden Situationen die Bau- und Kunstwerke von historischem Wert in unserem regionalen Umfeld erkennen und wenn nötig mit den entsprechenden Fachbegriffen beschreiben könnten. Zunächst sei mit dieser Tagung ein Interesse hierfür geweckt bzw. ein erster Eindruck gegeben.
Tagungsprogramm
Begrüßung:
Ute Althaus (Erste Beigeordnete der Stadt Heilbad Heiligenstadt)
Peter Anhalt (Vorsitzender des Vereins für Eichsfeldische Heimatkunde)
Referat / Vortrag:
Stefan Thiele M.A. (Chemnitz): Einführung in die Architektur-Terminologie
Pause:
Möglichkeit zu einem kleinen Imbiss, Gedanken- und Erfahrungsaustausch, Buchbasar
Referat / Vortrag:
Anne Severin M.A. (Heiligenstadt): Einführung in die Bildkünste
Ggf. Fragen, Anregungen, evt. Diskussion, Buchbasar
Ende
Tagung der Eichsfelder Ortschronisten und Heimatkundler 2007
auch in diesem Jahr veranstaltet der Verein für Eichsfeldische Heimatkunde in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Heiligenstadt wieder eine Tagung für Ortschronisten und heimatgeschichtlich interessierte Eichsfelder. Wir hoffen, dass das Themenspektrum Ihr Interesse weckt, besonders die Vorträge zu aktuellen Themen aus dem Eichsfelder Raum. Neben der Information soll auch wieder das Kennenlernen der Ortschronisten und Heimatkundler untereinander und der gemeinsame Austausch stehen. Die Tagung möge Anregungen für Ihre eigenen größeren und kleineren Projekte geben, aber auch sensibel und wach halten, für die Dinge, die in unserem Umfeld passieren und "Geschichte machen".
Tagungsprogramm 2007
Begrüßung
Frau Ute Althaus
Erste Beigeordnete der Stadt Heiligenstadt
Peter Anhalt
Vorsitzender des Vereins für Eichsfeldische Heimatkunde
Moderation
Anne Severin
Referate
Andreas Müller
Historischer Alltag in den Dörfern des Untereichsfeldes
Peter Anhalt
Steinbach - eine Bilddokumentation
Christoph Schmidt
Die katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer zu Jützenbach
Edgar Rademacher
Jubiläen im Jahr 2008
Pause
Günther Christoph Haase
Das Papstfenster der Heuthener St. Nikolaus Kirche - Identifikationsobjekt und Symbol der Frömmigkeit
Alois Scholz
Quellenkritische Auseinandersetzung mit Einträgen aus Kirchenbüchern
Thomas T. Müller
Die Heiligenstädter Jesuitenchronik und das Ende des Mühlhäuser Franziskaner Klosters
Anne Severin
Zu Problemen des Datenschutzes und Urheberrechts bei Benutzung von Quellen
Ortschronistentagung 2006
Ortschronisten und Heimatforscher trafen sich am 28. Oktober im Bürgerhaus in Hausen zur traditionellen Ortschronistentagung. Nach der Begrüßung durch den VEH-Vorsitzenden Peter Anhalt gab Siegbert Grimm (Hausen) einen fundierten geschichtlichen Abriss über seine Heimatgemeinde, die in diesem Jahr ihr 800-jähriges Ortsjubiläum gefeiert hat. Hans-Reinhard Fricke sprach über das in Arbeit befindliche Duderstädter Häuserbuch und seine Quellen. Edgar Rademacher (Hüpstedt) wies auf Kirchenrechnungen als Quellen für den Ortschronisten hin. Die Heiligenstädter Stadtarchivarin Anne Severin sprach über "Die Beratung von Ortschronisten im Archiv und die Bedeutung der Ortschronik für die Landeskunde." Die Begegnung wurde natürlich auch für den individuellen Erfahrungsaustausch genutzt. Über dies konnte Heimatliteratur aus dem Teilnehmerkreis durch Tausch oder Kauf erworben werden. Zum Abschluss der Veranstaltung lud Erwin Franke (Hausen) zu einer interessanten Führung durch die Dorfkirche "St. Katharina" ein.

Den Ortsnamen Hausen gibt es 84 mal in Deutschland. Siegbert Grimm zeigte in seinem Vortrag eine Topografie der Hausen-Orte.
Text und Fotos: Edgar Rademacher
Jahrestagung der Ortschronisten 2005
Heimatforschung ist kein privates Hobby
In Rom, Athen und bei den Lappen, da spürt man jeden Winkel aus, indes wir wie die Blinden tappen daheim im eignen Vaterhaus." Diese wenig schmeichelhafte gereimte Behauptung stammt aus der Feder des deutschen Germanisten Karl Simrock (1802-1876). Thomas T. Müller wählte den Vierzeiler als Einstieg in seinen Eröffnungsbeitrag zur Jahrestagung der Ortschronisten und Heimatkundler, die am Samstag, 29. Oktober 2005, stattfand, wie stets gemeinsam organisiert und durchgeführt vom Verein für Eichsfeldische Heimatkunde und dem Stadtarchiv. Der Stadtarchivar war mit seinem Vortrag zum Thema "Ehrenamtliche Heimat- und Denkmalpflege in Thüringen" für einen auswärtigen Gast eingesprungen, wurde jedoch dank seiner interessanten Ausführungen keinesfalls als "Ersatzredner" empfunden.
Vereinsvorsitzender Peter Anhalt, der gern die Grüße der Ersten Beigeordneten Heidemarie Borm übermittelte, wies darauf hin, dass es nicht selbstverständlich sei, einen Raum wie den Rathaussaal als Verein mietfrei nutzen zu können.
Wie immer waren auch diesmal die Ortschronisten nicht nur im Landkreis Eichsfeld zu Hause, sondern auch in Nordhausen, Göttingen und Eschwege.
Der Ruf nach Heimatpflegern ist so neu nicht, immerhin hatte die preußische Regierung bereits im Jahre 1817 eine solche Forderung gestellt. 1989 sei in der DDR, nicht zuletzt dank des Kulturbundes, die Tätigkeit der Ortschronisten nahezu flächendeckend gewesen, jedoch 1990 flächendeckend zusammengebrochen. Heute reiche das Spektrum der Anerkennung der "Ehrenamtlichen" in Thüringen von kompletter Ignoranz bis hin zu vorbildlicher Unterstützung. Der Idealzustand sei es, im Freistaat Kreisheimatpfleger für die Anleitung zu berufen. Häufig würden einsatzfreudige Heimatfreunde von den Bürgermeistern ihrer Wohnorte als Privatpersonen behandelt, die ihrem Hobby frönen. Thomas T. Müller setzt sich zielbewusst für das Ehrenamt eines Kreisheimatpflegers ein, der ähnlich wie der Kreiswegewart arbeitet.
"Im Eichsfeld sieht es relativ gut aus", konnte er melden und auch auf Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Schulen und Kirche hinweisen.
Dass archäologische Aussagen sehr gut in die Ortschroniken eingearbeitet werden können, unterstrich Dr. Karin Sczech vom Weimarer Landesamt für Archäologie mit Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens, die die Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Ortschronisten und Archäologen aufzeigte. Im Oktober 2002 war in ihrem Beisein im Eichsfeldischen Verein der Arbeitskreis Archäologie gegründet worden. Dr. Gudrun Braune, Volkskundliche Beratungs- und Dokumentationsstelle für Thüringen am Volkskundemuseum Erfurt, stellte die 1997 für nichtkommerzielle Nutzung gegründete Servicestelle vor. Rund 160 Anfragen werden jährlich bearbeitet, ohne jedoch, wie sie hervorhob, die Stadt-, Kreis- und Kirchenarchive ersetzen zu wollen. Mit interessanten Einblicken in Kirchenbücher endete der arbeitsreiche Samstag Vormittag. Vorstandsmitglied Alois Scholz aus Nordhausen vom Arbeitskreis mitteldeutscher Familienforscher sprach zum Thema "Kirchenbücher als Quellen für Ortschronisten - das Beispiel Wingerode."

Noch immer bilden Frauen die sprichwörtliche Minderheit im Kreise der Ortschronisten. Bestärkt haben dürfte sie die Tatsache, dass gleich zwei Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts, aus Weimar und aus Erfurt, von Berufs wegen ans Rednerpult traten. Auch diesmal nutzten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich über neueste Fachliteratur zu informieren.
Text und Fotos: Christine Bose